Schutzimpfung

Maßnahmen zur Aktivierung des Immunsystems

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IMPFMYTHEN UND -MÄRCHEN

Mythos: Wenn man im November noch nicht geimpft ist, ist es zu spät.

Ein später Schutz ist besser als gar keiner. In den Ländern der Nordhalbkugel, einschließlich Europa, beginnen die saisonalen Grippeepidemien normalerweise im Herbst (September bis November), dauern während der Wintermonate an (Dezember bis März) und erreichen ihren Höhepunkt im Zeitraum von Mitte und bis Ende des Winters. Auch wenn die beste Zeit für die Impfung üblicherweise zwischen September und November ist, kann auch eine spätere Impfung noch von Nutzen sein.

Mythos: Die Grippeimpfung wirkt nicht! Geimpft und trotzdem krank?

Auch wenn Sie in der aktuellen Saison gegen Grippe geimpft sind, ist eine Erkrankung immer noch möglich. Dies passiert jedoch sehr selten – es wird angenommen, dass die Impfung die Erkrankungshäufigkeit bei gesunden Erwachsenen um 70 bis 90 Prozent und bei älteren Menschen um 60 Prozent senkt.

Fakt: Zwei bis drei Wochen nach der Impfung bis zu 90 Prozent Schutz

Bis der Impfschutz vollständig ausgebildet ist, dauert es nach der Impfung normalerweise zwei bis drei Wochen. Während dieser Phase baut der Körper die Immunität auf. Kommt der Geimpfte also zu früh mit Grippeviren in Kontakt, ist eine Ansteckung durchaus möglich.

Mythos: Eine Influenza ist harmlos!

Diese Meinung ist leider weit verbreitet, da die meisten Menschen nicht von der echten Grippe, sondern von einer Erkältung ausgehen. Die Zahlen der diagnostizierten Influenza-Erkrankungen sehen anders aus: Weltweit erkranken jährlich ca. drei bis fünf Millionen Menschen an der echten Grippe, etwa 250.000 bis 500.000 sterben an den Komplikationen. Das macht die Grippe zu einer weltweit unterschätzten Infektionskrankheit.

Mythos: Wer nicht zur Risikogruppe gehört, braucht keine Impfung!

Die Grippe kann jeden treffen. Wenn Sie bisher noch nicht an einer Grippe erkrankten, ist das keine Garantie für die Zukunft. Sind alle Infizierten alt und chronisch krank? Nein, jüngste Zahlen aus der Grippewelle 2012/2013 zeichnen ein anderes Bild: Die Zahl der Krankschreibungen erreichte mit geschätzten 3,4 Millionen Personen (zwischen 15 und 59 Jahren) den höchsten Wert in den letzten zehn Jahren und belegt, dass diese Altersgruppe in dieser Saison ungewöhnlich stark betroffen war.

Fakt: Eine Influenza kann auch bei jüngeren Menschen zu Komplikationen führen

Und auch wenn Sie nicht chronisch krank sind, so leiden Sie vielleicht ausgerechnet zum Zeitpunkt der Infektion an einer akuten anderen Krankheit. Ihr Immunsystem ist geschwächt und das Risiko für Komplikationen steigt schnell höher als zunächst angenommen.

Und noch ein Grund für die Grippeimpfung: Übernehmen Sie Verantwortung und schützen Sie nicht nur sich selbst, sondern auch ältere oder chronisch kranke Menschen vor einer Ansteckung.

Mythos: Viruserkrankungen kann man auch mit Antibiotika behandeln

Nein, denn Antibiotika sind nur gegen Bakterien wirksam, nicht gegen Viren. Liegt bereits eine Infektion mit Influenzaviren vor und das Immunsystem ist geschwächt, kann der Patient sich zusätzlich eine bakterielle Infektion zuziehen. Dies kann sich zum Beispiel in einer Mittelohrentzündung bis hin zu einer Lungenentzündung niederschlagen. In diesen Fällen wird der behandelnde Arzt wahrscheinlich ein Antibiotikum verschreiben – ohne Auswirkungen auf die Virusgrippe.

Mythos: einmal gegen Grippe geimpft und für immer immun!

Influenzaviren verändern sich ständig. Im Fachjargon heißt dieser Vorgang Mutation. Die daraus resultierende veränderte Oberfläche des Virus wird dann nicht mehr von der geschulten Körperabwehr der letzten Saison erkannt und das Virus kann sich wieder schnell im Körper ausbreiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet permanent die Entwicklung der Erreger und gibt ihre Erkenntnisse an die Impfstoffhersteller weiter. Diese entwickeln jedes Jahr einen neuen Impfstoff gegen die zu erwartenden Virustypen.