Grippe

Wenn uns das Virus aus der Bahn wirft.

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GRIPPE-FAKTEN

Die Influenza ist eine ernst zu nehmende Infektionskrankheit und nicht zu verwechseln mit einem grippalen Infekt, der uns zur Erkältungszeit häufig attestiert wird. Ausgelöst wird eine echte Grippe durch Influenzaviren. Sie dringen über die Schleimhäute in den Körper ein und haben nur ein Ziel: Vermehrung. Unser Immunsystem sucht für die unbekannten Eindringlinge eine passende Abwehrreaktion und kann bei Influenzaviren an seine Grenzen stoßen. Strömen nun noch weitere Krankheitseinflüsse (z. B. im Rahmen einer Erkältung) auf das Immunsystem ein, sind wir diesen fast schutzlos ausgeliefert. Genau das macht die Grippe – gerade für Risikopatienten und ältere Menschen – so gefährlich.

Eine Grippe kann unter Umständen einen schweren Krankheitsverlauf nehmen

Vor allem bei älteren und geschwächten Personen, zum Beispiel durch chronische Erkrankungen, kann sich eine Influenza zu einer schweren Lungenentzündung weiterentwickeln oder mit anderen ernst zu nehmenden Komplikationen einhergehen, die manchmal sogar bis zum Tod führen können. Das muss aber nicht sein: Denn gegen Influenzaviren gibt es eine Impfung. Die Schutzimpfung ist damit die wichtigste präventive Maßnahme gegen eine Grippe und bietet Ihnen selbst und Ihrer Familie einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung.

Infokasten

Durchschnittlich liegt die Zahl der Grippe-Todesopfer pro Jahr bei etwa 10.000 Menschen. In der Grippesaison 2012/2013 zählte das Robert Koch-Institut sogar mehr als 20.000 Tote in Deutschland.1

Vorsicht, Ansteckungsgefahr!

Die Grippe wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das bedeutet, die Viren werden beim Niesen, Sprechen, Husten oder Küssen weitergegeben. Aber auch ohne direkten Kontakt ist eine Übertragung möglich, denn die Erreger sind hartnäckig und können sogar bis zu 48 Stunden2 auf Kontaktflächen wie beispielsweise Türklinken überleben.

Finger weg!

Bis zu hundertmal am Tag fassen wir Menschen uns mit den Händen ins Gesicht, die Finger gelangen dabei an die Augen, die Nase und den Mund. Über die Bindehaut der Augen oder über die Schleimhäute der Nase gelangen die Viren dann weiter in den Körper. Um sich und andere vor einer Infektion zu schützen, sollten Sie Ihre Hände mehrmals täglich mit Wasser und Seife waschen, wenn möglich auf das gesellschaftliche Händeschütteln zur Grippe-Hochsaison verzichten und sich beim Husten und Niesen Ihrer Armbeuge zuwenden.

Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen führen zum Totalausfall

Etwa ein bis vier Tage nach der Ansteckung reagiert der Körper plötzlich mit hohem Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Dazu gesellen sich meist Schweißausbrüche, starke Erschöpfung, trockener Husten und Halsschmerzen. Dieses rasante Auftreten der Krankheitssymptome ist typisch für eine Influenza und als Zeichen der aktiven Abwehr zu verstehen. Der Körper nimmt den Kampf gegen die Grippeviren auf und versucht, passende Antikörper zu produzieren. In der Regel bekämpft ein gesundes Immunsystem eine Grippe in etwa fünf bis sieben Tagen, allerdings können bis zur vollständigen Genesung auch mehrere Wochen vergehen. Die Grippe steckt uns dann sprichwörtlich noch in den Knochen.

Nicht selten treten Komplikationen auf

Der bereits geschwächte Körper ist weiteren Einflüssen meist schutzlos ausgeliefert. Komplikationen werden entweder durch das Influenzavirus selbst oder durch zusätzliche Viren oder Bakterien ausgelöst. Dazu zählen Entzündungen des Mittelohrs, des Herzmuskels oder auch des Gehirns. Gefürchtet ist die Lungenentzündung, die besonders bei älteren oder geschwächten Personen bereits in kurzer Zeit zum Tod führen kann.

An Grippe erkrankt? Die Gesellschaft zahlt mit!

Jede Grippewelle belastet das gesundheitliche Versorgungsnetz. Krankenhäuser und Arztpraxen sind völlig überlaufen und durch die Vielzahl von Grippepatienten kommt es zu weiteren Infektionen – ein Teufelskreis. Aber nicht nur die medizinische Versorgung ist ein Kostenfaktor für die gesamte Gesellschaft, den wirtschaftlichen Ausfall durch Influenza-kranke spüren besonders Arbeitgeber. Grippebedingte Arbeitsausfälle liegen zwischen 0,79 und 4,9 Krankheitstagen pro Grippewelle. Diejenigen, die trotzdem zur Arbeit gehen, sind nur halb so produktiv wie gewöhnlich und können darüber hinaus ganze Abteilungen mit der Grippe infizieren.3 Wer sich deshalb gegen die saisonale Grippe impfen lässt, umgeht somit die Ansteckungsgefahr bei sich selbst und schützt zudem seine Kollegen.

Quellenangaben

1 http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/Ausgaben/03_15.pdf?__blob=publicationFile
2 B. Bean, B. M. Moore, B. Sterner, L. R. Peterson, D. N. Gerding, H. H. Balfour Jr.: Survival of influenza viruses on environmental surfaces. In: J Infect Dis. Juli 1982, Band 146, Nr. 1, S. 47–51.
3 http://www.asu-arbeitsmedizin.com/ASU-2006-5/Oekonomische-Bewertung-von-Grippeimpfungen-am-Arbeitsplatz-in-Deutschland,QUlEPTIwMTA2OSZNSUQ9MTEwNTc2.html