Grippe

Wenn uns das Virus aus der Bahn wirft.

MEHR

BEHANDELN UND ERHOLEN

Eine Grippe ist hochansteckend und sollte deshalb so früh wie möglich diagnostiziert und entsprechend behandelt werden. Um einer Ausbreitung entgegenzuwirken, ist es sinnvoll, dass sich bereits erkrankte Personen – wenn möglich – von Gesunden und vor allem Risiko-gruppen fernhalten. In Krankenhäusern werden Patienten in Einzelzimmern untergebracht und sowohl Personal als auch Besucher müssen Schutzkleidung tragen.

Nehmen Sie auch zu Hause Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Ansteckung weiterer Familienmitglieder ernst. Besonders wichtig ist es, auf jeglichen Körperkontakt zu verzichten und die Hände mehrmals täglich mit Wasser und Seife zu waschen und zu desinfizieren.

Eine Grippewelle kann sich schnell ausbreiten

Jedes Jahr aufs Neue zieht die Grippewelle in der Bevölkerung ihre Kreise. In einigen Fällen kann sie sich dann auch zu einer Epidemie ausbreiten. Um die Zahl der Infektionen einschätzen und Vorsichtsmaßnahmen gegen Grippeepidemien treffen oder einleiten zu können, werden alle Grippeerkrankungen vom behandelnden Arzt an das Gesundheitsamt gemeldet. Statistiken zu den aktuellen Grippefällen einer Saison werden erstellt, die Daten können beim Robert Koch-Institut eingesehen werden.

Wer sich vor der Grippe und den daraus resultierenden Erkrankungen zuverlässig schützen möchte, sollte sich deshalb rechtzeitig für die jährliche Impfung entscheiden.

Infokasten

Die letzten großen Grippeepidemien waren in der Saison 1995/1996 und 2012/2013 zu verzeichnen. Jeweils rund 8,5 Millionen Menschen erkrankten in dieser Zeit und allein in Deutschland starben ca. 30.000 Menschen an den Folgen der Grippe.

Und auch in der Grippesaison 2014/2015 wurden allein in Deutschland rund 88.000 Influenzaerkrankungen gemeldet – dies ist der höchste registrierte Stand seit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes im Jahr 2001 (mit Ausnahme der Influenzapandemie 2009).

Strikte Bettruhe auf dem Weg zur Genesung

In jedem Fall ist nach einer Ansteckung mit dem Influenzavirus das richtige Auskurieren entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden. Verordnen Sie sich strikte Bettruhe und behandeln Sie die Symptome – dann werden Sie in der Regel in fünf bis sieben Tagen wieder fit sein. Gegen Husten und Schnupfen hilft es, mit Salz oder Kamille zu inhalieren. Kopf- und Gliederschmerzen können durch Schmerzmittel gelindert werden. Besprechen Sie die Wahl des richtigen Schmerzmittels mit Ihrem behandelnden Arzt. Achten Sie außerdem darauf, den Flüssigkeitsverlust des Körpers durch Fieber und vermehrtes Schwitzen auszugleichen, indem Sie viel trinken. Dadurch begünstigen Sie auch den Abtransport von Schleim aus den oberen Atemwegen. Am besten eignen sich Mineralwasser, Kräuter- oder Früchtetee.

Antivirale Therapie: Sofortmaßnahme verkürzt den Krankheitsverlauf

Innerhalb von 48 Stunden nach Ausbruch der Grippe kann eine Therapie mit antiviralen Medikamenten erfolgen. Sie können die Vermehrung der Viren eindämmen und wirken daher am besten, wenn die Infektion im Körper noch nicht weit fortgeschritten ist. Doch Vorsicht vor Nebenwirkungen – sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, ob diese Behandlungsoption für Ihren Krankheitsverlauf sinnvoll ist.

Komplikationen – die Grippe und ihre bakteriellen Freunde

Bei Schwangeren, Kindern, älteren oder abwehrgeschwächten Menschen ist oftmals mit einem längeren Krankheitsverlauf oder auch Komplikationen zu rechnen. Denn ist das Immunsystem durch die Abwehr der Grippeviren bereits bis an seine Grenzen belastet, können bakterielle Infektionen die Erkrankung verschlimmern. Häufig entzünden sich Lunge, Herzmuskel, Nasennebenhöhlen, Mittelohr oder das Nervensystem. Eine Grippeimpfung bietet besonders für Risikogruppen den bestmöglichen Schutz gegen einen schwereren Krankheitsverlauf und kann die Sterblichkeitsrate innerhalb einer Grippesaison erheblich senken. Tragen Sie sich den Impftermin jährlich zwischen September und November in Ihren Kalender ein oder nutzen Sie unsere Impferinnerung (Verlinkung Impferinnerung).