Der Grippe-Virus und der Ansteckungsweg

Wie kann ich mich mit Grippe-Viren anstecken?    

In den meisten Fällen wird die Influenza-Grippe durch Tröpfchen- Infektion übertragen. Die Viren werden beim Niesen, Sprechen, Husten, Küssen weitergegeben. Sie können sich für eine gewisse Zeit aber auch auf Kontaktflächen wie beispielsweise Türklinken halten und werden dann beim Händeschütteln übertragen. Nachgewiesenermaßen fassen sich Menschen bis zu hundertmal am Tag in ihr Gesicht, die Finger gelangen dabei an die Augen, die Nase, den Mund. Über die Bindehäute der Augen oder über die Schleimhäute der Nase gelangen die Viren in den Körper.


Um sich vor einer Infektion zu schützen, sollten Sie z.B. Ihre Hände häufig mit Wasser und Seife waschen, beim Husten und Niesen Abstand zu anderen halten und in die Armbeuge niesen.

Wie ist das Grippe-Virus aufgebaut?    

Aufbau eines Grippe Virus

Aufbau eines Grippe Virus

Die Virushülle besteht aus Eiweißen und Lipiden (Fette). Aus der Virusoberfläche ragen zwei Eiweiße (Oberflächeneiweiße) wie aufgesetzte Stacheln heraus. Sie werden als Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N) bezeichnet.


Grippe-Viren werden immer in der gleichen Weise benannt. Ein Beispiel für die Kurzbezeichnung eines Virusstammes ist A/H1N1. Es gibt zwei Virus-Typen, die bei der Grippe eine wichtige Rolle spielen – der Virus-Typ A und der Virus-Typ B. In der Bezeichnung des Virusstammes steht A also für den Virustyp und H1N1 gibt die Kombination der Oberflächeneiweiße, dem Hämagglutinin (H) und der Neuraminidase (N) an.

Wie macht mich das Grippe-Virus krank?    

Wenn Viren den Körper befallen haben, haben Sie nur ein Ziel – sich zu vermehren. Da Viren sich nicht selbst vermehren können, benötigen sie dazu lebende Zellen von Mensch oder Tier, so genannte Wirtszellen.

  • Phase1: Andocken und Eindringen des Virus an die Wirtszelle
    Mit Hilfe des Oberflächeneiweißes Hämagglutinin (H) heften sich die Influenza-Viren an Rezeptoren auf den Schleimhautzellen der Atemwege an. Dann dringt das Virus in die Schleimhautzelle ein und setzt im Zellinneren seine Erbsubstanz frei.
  • Phase 2: Vermehrung der Virus-RNS
    Zur eigenen Vermehrung „missbrauchen“ die Influenza-Viren den Stoffwechsel der Wirtszelle. Die virale Erbsubstanz wandert in den Zellkern der Wirtszelle, wo sie die Wirtszelle zwingt, ihre eigenen Stoffwechselvorgänge einzustellen und nur noch neue Virusbestandteile herzustellen.
  • Phase3: Virus-Neubildung und Freisetzung der Viren
    Die neu gebildeten Virenbestandteile schließen sich zu neuen Influenza-Viren zusammen. Diese „kleben“ zunächst an den Rezeptoren der Zelloberfläche. Die viruseigene Neuraminidase löst die Bindung zwischen Virus und Zelloberfläche. Damit kommt es zur endgültigen Freisetzung der Influenza-Viren. Die Wirtszelle wird dabei zerstört. Nun ist eine schnelle Verbreitung und Vermehrung der Influenza-Viren in den gesamten Atemwegen möglich.

Die typischen Grippe-Symptome sind als Zeichen der aktiven Abwehr zu verstehen. Der Körper nimmt den Kampf gegen die Grippe-Viren auf und produziert passende Antikörper.