FAQ zur Grippe und Impfung … Rund um die Grippe-Impfung
Warum soll ich mich gegen Grippe impfen lassen, ich bin doch gesund?
Die Grippe-Schutzimpfung erhalten Sie, wenn Sie sich gesund fühlen und die Krankheit noch in weiter Ferne liegt. Sie ist eine vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung der Erkrankung. Auch wenn Sie als gesunder Mensch eine Grippe meist relativ problemlos überstehen, werden Sie mindestens für einige Tage ans Bett gefesselt sein. Wenn Sie sich keinen Ausfall leisten können oder wollen, z.B. Eltern, Arbeitnehmer, Selbständige, empfiehlt sich die Grippe-Schutzimpfung besonders, da sie eine Erkrankung mit hoher Sicherheit verhindert. Mit der Grippe-Impfung übernehmen Sie auch Verantwortung für die älteren und geschwächten Personen unserer Gesellschaft, die mit einer Infektion stärker zu kämpfen haben. Denn im Fall, dass Sie sich infizieren, sind Sie Überträger des Grippe-Virus. Auch zu Beginn, wenn Sie sich noch gar nicht krank fühlen, sind Sie bereits ansteckend für andere.
Je mehr Menschen geimpft sind, desto unwahrscheinlicher wird eine Grippe- Epidemie.
Die Influenza hat zudem bedeutsame Auswirkungen auf den Krankenstand und die Kosten im Gesundheitswesen. Z.B. kam es in der Saison 2002/2003 zu
- 4,5 bis 5 Mio. zusätzlichen Arztbesuchen
- 1,5 bis 2 Mio. zusätzlichen Arbeitsunfähigkeiten
- 25.000 bis 30.000 zusätzlichen Krankenhausaufenthalten
Die Grippe-Schutzimpfung ist eine wichtige Präventionsmaßnahme zur Reduktion der Folgen einer Grippe-Infektion. Die Grippe-Schutzimpfung trägt so auch dazu bei, Kosten im Gesundheitswesen einzusparen.
Ich habe mich mal gegen Grippe impfen lassen und war danach erst richtig krank.
Die Grippe-Schutzimpfung schützt vor einer echten Grippe, nicht aber vor einer Erkältung. Vermutlich haben Sie sich mit Erkältungs-Viren angesteckt. Dass Sie durch eine Grippeschutz-Impfung selbst eine Grippe bekommen ist ein Mythos, der sich in der Bevölkerung zäh am Leben erhält. Zur Herstellung von Grippe-Impfstoffen werden zwar echte Viren in bebrütete Hühnereier gespritzt. Diese werden aber später im Produktionsprozess vollständig abgetötet. Es gibt mehrere Produktionsverfahren zur Herstellung von Grippeimpfstoff, aber kein Grippeimpfstoff enthält lebende Viren.
Wie verträglich ist eine Grippe-Schutzimpfung?
Eine Grippe-Schutzimpfung wird meist sehr gut vertragen. Die meisten Menschen reagieren gar nicht auf den kleinen „Pieks“. Wie bei jedem Medikament kann es Nebenwirkungen geben. Ein bis zwei Tage nach der Impfung können normale Impfreaktionen auftreten, z. B. Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle, leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl. Das ist ein Zeichen, dass Ihre körpereigene Abwehr arbeitet. Sehr selten können Entzündungen der Gefäße und eine vorübergehende Absenkung der Blutplättchen auftreten. Ob weitere Nebenwirkungen oder allergische Reaktionen auftreten, hängt unter anderem davon ab, welche zusätzlichen Stoffe im Impfstoff enthalten sind. Wenn man hier sicher gehen möchte, sollte man einen Impfstoff wählen, der möglichst frei von Konservierungsmitteln, Produktionsrückständen oder Zusatzstoffen ist. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an.
Wie funktioniert die Grippe-Impfung?
Eine Impfung ist der sicherste Schutz vor Grippe. Die Injektion bewahrt bis zu 90 Prozent der Geimpften vor einer Ansteckung. Durch eine Impfung lernt Ihr Immunsystem Ihren „Gegner“ kennen, bevor es einer wirklichen Grippe ausgesetzt wird. Dadurch trifft ein Angriff von Grippe- Viren Ihr Immunsystem nicht unvorbereitet. Das ist der wesentliche Punkt: Ihr Immunsystem kann viel schneller Antikörper gegen die eindringenden Grippe-Viren bilden. Die Antikörper richten sich gegen bestimmte Oberflächenstrukturen des Virus. Um einen Impfschutz zu erzeugen, braucht man deshalb also kein komplettes Virus, sondern lediglich Teile der Oberfläche. Das Immunsystem erinnert sich an die Oberfläche des Virus und produziert die zur Bekämpfung passenden Antikörper.
Wie lange schützt mich eine Grippeschutz-Impfung?
Der beste Zeitpunkt für die Impfung ist zwischen September und November, bei einer drohenden Grippewelle auch noch die Folgemonate.
Bitte beachten Sie: Richtig geschützt ist man erst ca. 2 – 3 Wochen nach der Impfung. Diese Zeit braucht der Körper, um den Schutz vollständig aufzubauen. Er hält dann etwa ein halbes Jahr an.
Warum sollte ich mich jedes Jahr erneut gegen Grippe impfen lassen?
Influenza- Viren verändern sich ständig. Innerhalb des Zyklus “Befall einer gesunden Zelle, Vermehrung und Freisetzung der neu gebildeten Grippe-Viren” kann sich das Virus verändern (= mutieren). Die daraus resultierende veränderte Oberfläche des Virus wird nicht mehr von der Körperabwehr erkannt und das Virus kann sich schnell im Körper ausbreiten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet permanent die Entwicklung der Erreger und gibt ihre Erkenntnisse an die Impfstoffhersteller weiter. Diese entwickeln jedes Jahr einen neuen Impfstoff gegen die zu erwartenden Virustypen.
Was muss ich nach der Impfung beachten?
Nach der Impfung müssen Sie sich nicht besonders schonen. Dennoch sollten Sie in den ersten drei Tagen nach der Impfung ungewohnte körperliche Belastungen vermeiden.
Sind alle Impfstoffe gleich?
Die verfügbaren Impfstoffe unterscheiden sich vor allem durch die Art, wie die Oberflächenstrukturen des Virus aufbereitet werden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die Zusatzstoffe oder Rückstände, die im Impfstoff enthalten sind. Diese Zusatzstoffe werden bewusst zugesetzt, um den Impfstoff haltbarer oder wirksamer zu machen, oder es handelt sich um Rückstände aus der Produktion des Impfstoffes.
Ich nehme noch andere Medikamente. Vertragen sich diese mit der Grippe-Schutzimpfung?
Wenn Sie einer immunsuppressiven Behandlung unterliegen, kann das Ansprechen auf die Grippe-Schutzimpfung herabgesetzt sein. Mit anderen Medikamenten sind keine Wechselwirkungen bekannt. Für weitere Informationen fragen Sie bitte Ihren Arzt.
Die Diskussion um die Schweinegrippe hat mich verunsichert. Ist eine Impfung gegen die saisonale Grippe denn überhaupt sinnvoll?
Die Schweinegrippe ist von der WHO (World Health Organization) im Juni 2009 als Pandemie eingestuft worden. Von einer Pandemie spricht man, wenn eine Infektionskrankheit weltweit auftritt und viele Menschen erkranken. Eine Epidemie ist im Gegensatz dazu örtlich begrenzt. Neben der Schweinegrippe sind die spanische Grippe von 1918 und die Vogelgrippe von 2005 Beispiele für Pandemien.
Die Schweinegrippe ist erfreulicherweise milder verlaufen als erwartet. Das liegt daran, dass sich der Schweinegrippe-Virus bisher als relativ harmlos herausgestellt hat. Im August 2010 hat die WHO die Schweinegrippe-Pandemie als beendet erklärt. Keiner kann jedoch voraussagen, wie sich das Virus, seine Gefährlichkeit und seine Verbreitung weiterentwickelt und ob eventuell eine weitere Welle auf uns zu kommt.
An der Schweinegrippe erkrankten vor allem junge Menschen. Als mögliche Gründe werden zum einen die höhere Reiseaktivität von jüngeren Menschen und zum anderen eine stärkere Abwehr älterer Patienten diskutiert, die auf frühere Infektionen oder die jährliche Grippe-Schutzimpfung zurückzuführen ist. Sicher jedoch ist, dass in jedem Jahr Grippe- Viren zirkulieren. Die Impfstoffhersteller passen den Impfstoff jedes Jahr entsprechend an. Deshalb ist die Grippe-Schutzimpfung der bestmögliche Schutz vor einer Grippe.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die gesetzlichen Krankenkassen sind dazu verpflichtet, den Personengruppen, die von den Empfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO) erfasst sind, die Kosten einer Grippe- Impfung zu erstatten. Aber auch bei Personen die in der STIKO-Empfehlung nicht eingeschlossen sind, übernehmen die Krankenkassen in vielen Fällen die Kosten. Private Krankenkassen erstatten die Grippe-Schutzimpfung in der Regel. Auch wenn Sie nicht zu den Risikogruppen gehören, ist die Impfung ein wichtiger Schutz für Sie und Personen in Ihrer Umgebung!
Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, viele übernehmen die Kosten!
TIPP
Keine Praxisgebühr!
Wenn Sie als gesetzlich Versicherter ausschließlich nur zur Grippe-Impfung in die Arztpraxis besuchen, braucht keine Praxisgebühr entrichtet zu werden.